LIEBESGESCHICHTEN

Alle Geschichten sind belehrend, aber in den Kurzgeschichten für Babys (bis 3 Jahre) wird diese Eigenschaft immer betont.

Auf der anderen Seite wird es vielen Kleinkindern sicherlich so vorkommen, dass Liebesgeschichten wahre Geschichten mit Detailles, die ihrer Realität sehr nahe sind, enthält.

Durch den Aufbau der Liebesgeschichten von Cañaveruelas, die eine Sammlung an kurzen Erzählungen darstellt, die alle mit denselben zwei Absätzen beginnen wie die Geschichte von der Katze, kann man einen Absatz mehr wiederholen, falls angemessen oder wenn es schon lange her ist, dass man einen ganz speziell erwähnt hat oder wenn man ganz einfach ein bisschen verlängern möchte.

So etwas kann man auch mit den Liebesgeschichten: sie so zusammenstellen, dass zwei oder mehr Elemente aus verschiedenen Kurzgeschichten in nur einer Erzählung vorkommen.

 

KURZGESCHICHTEN ÜBER CAÑAVERUELAS
Dörfchen (Grañón) von T.P. Barrasa

DAS COSO GATA

In einem kleinen Dorf in der Nähe von H… (Huete) mit Namen C… (Cañaveruelas – Wellen im Meer von Cane) lebte ein kleiner Junge auf dem Dorfplatz von C… (El Coso).

In einem Haus in el Coso lebte der kleine Junge mit seiner Familie: sein Vater, seine Mutter und seine sechs Geschwister, drei Brüder und drei Schwestern.

In diesem Haus lebten auch Tiere. In einem Stall lebte eine Eselin, ein sehr braves, sehr starkes und fleißiges Tier; im anderen Stall zwei Ziegen, die Milch für das Frühstück der Brüder gaben.

Das Kind mochte die Eselin und es war eines der ersten Wörter, die es gelernt hatte zu sagen iaa, iaa.

Es lebte auch eine Katze im Haus, die alle die Katze riefen und die sich darum kümmerte, dass es nicht zu viele Mäuse gab, weil die das Essen aus der Vorratskammer fressen könnten. Die Katze war sehr verspielt. Jedes Mal, wenn es am Jungen vorbei ging, stupste sie ihn mit ihrem Bauch und warf ihn zu Boden.

Außerdem befand sich im hinteren Teil des Hauses ein kleiner Hühnerstall mit Hühnern, die unter anderem Eier legten. Die Spiegeleier davon schmeckten sehr gut. Genau unter dem Hühnerstall war der Schweinstall, ein winziger Raum, in dem ein kleines Schwein lebte, das ziemlich fett war.

Das Kind war keine zwei Jahre alt. Es hielt sich mit den Händen am Küchentisch fest, wo man zu Mittag und zu Abend aß. Auch wenn es sich auf Zehenspitzen stelle, konnte es nicht sehen, was auf dem Tisch stand. Dem Jungen gefiel es nicht, nicht zu wissen, was es dort gab, während die anderen es wussten.

Der Junge war sehr glücklich und alle waren sehr gut, sein Vater, seine Mutter und seine sechs Geschwister. Mit so vielen Geschwistern konnte er immer spielen. Wenn man ihn fragte, wen er denn lieber habe, die Eselin oder seinen Vater, antwortete er immer, die Eselin, weil er dachte, dass sie, da sie ja alleine war, mehr Liebe brauchte.

Altes Familienfoto

Er wollte wissen, was auf dem Tisch stand, ohne auf den Arm genommen werden zu müssen; wollte den Wasserkrug selber nehmen, wenn er Durst hatte, ohne warten zu müssen, bis ihn diesen jemand reichte und er wollte nicht mehr, dass ihn die Katze, wenn sie an ihm vorüberging, mit ihrem Bauch zu Boden stieß.

Es tat nicht weh, auf den Boden zu fallen, aber, obwohl der Junge am Anfang dachte, es seien nur kleine Unfälle, fiel ihm später auf, dass es mehr als nur Unfälle waren, nämlich, als ob die Katze zeigen wollte: Ich bin stärker und hier gebe ich den Ton an.

Was dem kleinen Jungen auch gefiel, war, dem Feuer zuzuschauen. Auf dem Küchenboden war an der Wand ein Metallgestell angebracht genau unter dem Kamin, wo seine Mutter das Essen in Pfannen und Töpfen über dem Holzfeuer vorbereitete. Es war faszinierend zu sehen, wie die Flammen ständig ihre Form und Farbe veränderten und die Funken und wie riesige Holzscheite zu kleinen Aschehaufen verbrannten.

Der Junge war sehr glücklich und alle waren sehr gut, sein Vater, seine Mutter und seine sechs Geschwister. Mit so vielen Geschwistern konnte er immer spielen. Wenn man ihn fragte, wen er denn lieber habe, die Eselin oder seinen Vater, antwortete er immer, die Eselin, weil er dachte, dass sie, da sie ja alleine war, mehr Liebe brauchte.

Mit jedem Tag näherte sich der Junge der Höhe des Tisches, um zu sehen, was darauf stand, bis es endlich soweit war und er darüber sehen konnte. Daraufhin glaubte er, dass sein nächstes Ziel es wäre, zu vermeiden, von der Katze umgeschmissen zu werden.

Er wusste schon, dass es kein Unfall war und dass es immer mitten in der Küche geschah. Der Junge musste also ausgerechnet in diesem Moment genau aufpassen, weil ihn die Katze normalerweise immer unvorbereitet erwischte, das Schlitzohr. Langsam aber sicher konnte er der Katze mit beiden Händen um den Bauch fassen, ehe sie ihn umstoßen konnte.

Es war der Kampf der Giganten, ein lustiger Kampf mit seiner Freundin der Katze. Wenn gegessen wurde, warf das Kind Krümel und Brotstücke auf den Boden, weil die Katze immer um die Beine des Küchetisches streifte.

Tage, Wochen und sicher auch Monate vergingen, obwohl der Junge noch nicht genau wusste, was ein Monat war, bis sich schließlich seine Kräfte ausglichen. Während einer nicht sehr langen, nicht sehr kurzen Zeitspanne, als sich der Junge und die Katze über den Weg liefen, sei es mitten in der Küche oder anderswo im Haus, konnte man nicht feststellen, ob der Junge zu Boden fallen oder ob er sich an der Katze festhalten würde, ohne zu fallen.

Schließlich begann die Katze, sich vom Kampf zurückzuziehen. Das Kind war gewachsen, war stolz, aber gleichzeitig vermisste es die sanfte Berührung der Katze, wenn sie ihn zu Boden stieß.

Dennoch strich die Katze dem Jungen hin und wieder um die Füße, aber eher als Zeichen der Zuneigung als mit der Absicht, ihn umzustoßen.

Und wenn sie nicht gestorben sind,
dann leben sie noch heute.
Und die Moral von der Geschicht’,
die gibt es nicht.

Und jetzt…
AB INS BETT!